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Generalsanierung des Osramhauses


 

Adresse:

Ernst-Reuter-Platz 8, 10587 Berlin

Bauherr:

Pepper Unternehmensgruppe

Mieter/Hauptmieter:

diverse

Projektzeitraum:

04/2006 - 08/2007

Bauzeitraum:

06/2006 - 05/2007

Leistungsphasen:

1-8

BGF: 

ca. 8.500 m²

Gebäudetyp:

Büro- und Verwaltungsbau

Art des Projekts:

Sanierung, Innenausbau

Partnerunternehmen: 

Krebs und Kiefer, Berlin für die Betonsanierung

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Ausgangslage

Inmitten der Hauptstadt am Ernst-Reuter-Platz entstand in den 50er Jahren ein Gebäudeensemble nach der städtebaulichen Idee des Architekten Bernhard Hermkes. Der Entwurf gab maßgebliche Impulse für die Gestaltung der Stadt – die Gebäude sowie das Platz-Ensemble selbst stehen heute unter Denkmalschutz. Teil dessen ist das 1959 erbaute Büro- und Verwaltungsgebäude am Ernst-Reuter-Platz 8, welches dem Stil des neuen Bauens nach dem 2.Weltkrieg Ausdruck verleihen sollte. In den 70er Jahren wurde das Gebäude mit neuen Materialien versehen und baulich an neue Mieter angepasst, was das Erscheinungsbild des Gebäudes massiv veränderte.

2005 übernahm die Pepper Unternehmensgruppe das Gebäude. Aufgrund erheblicher baulicher Mängel musste dieses unter Berücksichtigung der denkmalpflegerischen Vorgaben generalsaniert und modernisiert werden. Zum Beauftragungsumfang zählten unter anderem die Wiederherstellung der Natursteinfassade, der Austausch der Fenster, der Ausbau aller neun Büroetagen sowie die Sanierung der tragenden Konstruktion und der Einbau einer zeitgemäßen Haustechnik.

Idee

Eine Sanierung unter denkmalpflegerischen Gesichtspunkten ist eine besondere Herausforderung. Altes und Originales soll bewahrt, gleichzeitig jedoch in die heutige Zeit übersetzt werden - in optischer, wie auch in funktioneller Hinsicht. Dies beschreibt einen der Kerngedanken zur Sanierung des Ernst-Reuter-Platzes 8. Es galt eine Balance zu finden zwischen der Fassadengestaltung, den Denkmalschutzvorgaben, energetischen Anforderungen zum Wärmeschutz und der statischen Verstärkung der Gesamtkonstruktion. Die Gestaltung der Fassade sollte dank Neuinterpretation der Baumaterialien den unverwechselbaren Charakter des Gebäudes wieder betonen.

Realisierung

Kern der Generalsanierung umfasste die Fassadensanierung sowie einen vollständigen Abriss und die Neugestaltung des Innenausbaus. Dazu zählte auch die Optimierung der Bürogrundrisse entsprechend der Anforderungen der neuen Mieter.

Im Rahmen der Fassadensanierung wurde nicht nur die Fenster- und Natursteinfassadenkonstruktion erneuert, sondern auch die ursprüngliche unter Denkmalschutz stehende Gestaltung des Gebäudes wieder in den Fokus gerückt.

Die Architekten wählten Materialien, die den ursprünglichen Ansatz wiederspiegeln: Römischer Travertin verkleidet die Fassadenpfeiler; großformatige, strukturierte Ziegelplatten an den Brüstungen erinnern an die damalige Ziegelverblendung. Letzteres ist beispielhaft für das Zusammenführen der unterschiedlichsten Anforderungen beim Bauen im Bestand - sowohl in der Planung, als auch in der Ausführung.   Die Fassade lässt nun den ursprünglichen Gestaltungsanspruch aus den 50er Jahren wieder klar erkennen. Dadurch wird das Gebäude seiner Rolle als bedeutender Bestandteil des Gesamtensembles wieder gerecht und kann Zeugnis über die damalige Wiederaufbauzeit ablegen.

Gleichzeitig modernisierten und rekonstruierten die Architekten die Naturstein- und Metallfassade. Für die energetische Optimierung des Wärmeschutzes setzten sie hinterlüftete und gedämmte Ziegelplatten an den Brüstungen ein und ersetzten alle Fenster durch moderne Aluminiumfenster, die über zeitgemäße eine Wärmeschutzverglasungen und erhöhte Schallschutzleistungen verfügen.

Der Rohbau wurde statisch ertüchtigt, an Wänden und Decken wurde der Stahlbeton saniert. Deckenkonstruktionen mit defekter bzw. zu schwache Bewehrung mittels Kohlefaserlamellen (CFK) ertüchtigt. Die gesamte Stahlbetonfassade wurde, vor der Bekleidung mit Travertin und Ziegelplatten mit einem Oberflächenschutzsystem versehen um die zu geringe Betonüberdeckung zu kompensieren.

Im öffentlichen Bereich wurde das beeindruckende, skulpturale Haupttreppenhaus aus schwarzem Kunststein komplett saniert.